Zementestrich und Nachhaltigkeit?

Zementestrich und Nachhaltigkeit
Zementestrich und Nachhaltigkeit

Zementstrich ist eine Mischung aus Zement, Sand (in der Regel Quarzsand), Wasser und je nach Bedarf Zusatzstoffen oder Zusatzmitteln, die auf einem Untergrund aufgebracht wird, um einen ebenen und tragfähigen Bodenbelag zu schaffen. Nach dem Aushärten bietet er eine feste und ebene Basis für weitere Bodenbeläge wie Parkett, Fliesen oder Teppich. Zementstrich wird in unterschiedlichen Verhältnissen gemischt, abhängig vom gewünschten Verwendungszweck und den Anforderungen an Druckfestigkeit, Feuchtebeständigkeit und Wärmedämmung.

Auch bei Zementstrich steht die Frage nach Nachhaltigkeit im Raum, da er ebenso Zement enthält, dessen Produktion energie- und CO2-intensiv ist.

Hier sind einige Möglichkeiten, wie Zementstrich nachhaltiger gestaltet werden kann:

  1. Ersatzstoffe für Zement: Ähnlich wie beim Beton können Zusatzstoffe wie Flugasche oder Schlacke eingesetzt werden, um den Zementanteil zu reduzieren. So kann die CO2-Bilanz des Estrichs verbessert werden.
  2. Nachhaltige Sandgewinnung: Sand ist eine weitere zentrale Komponente von Estrich. Da die Gewinnung von Sand aus Flussbetten und Küsten zu Umweltschäden führt, ist die Förderung von einer nachhaltigen Sandgewinnung wichtig.
  3. Recycling: Altesterich kann aufbereitet und als Zuschlagstoff für neuen Estrich verwendet werden, was Ressourcen spart und die Abfallmenge verringert.
  4. Ökologische Zusatzmittel: Denkbar ist auch der Einsatz von ökologischeren Zusatzmitteln, wie aus natürlichen Rohstoffen gewonnenen Fasern, die als Armierung dienen und die Rissbildung verhindern helfen.
  5. Wassersparende Techniken: Bei der Herstellung des Estrichs kann auf Techniken gesetzt werden, die den Wasserverbrauch reduzieren, was wiederum die Nachhaltigkeit erhöht.
  6. Optimierung der Dicke: Durch die genaue Planung und Berechnung der erforderlichen Dicke des Estrichs kann Material eingespart werden, ohne die Qualität zu beeinträchtigen.
  7. Alternative Bindemittel: Die Forschung zu alternativen Bindemitteln, die potenziell umweltfreundlicher sind als Zement, könnte langfristig dazu führen, dass diese auch im Bereich des Estrichs Anwendung finden.
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Durch diese und andere innovative Maßnahmen könnte auch der scheinbar konventionelle Baustoff Zementstrich in Zukunft einen bedeutenden Beitrag zur Nachhaltigkeit im Bauwesen leisten. Wichtig dabei ist ein umfassender Ansatz, der die gesamte Lebenszyklus von der Gewinnung der Rohstoffe bis zum Recycling am Ende der Nutzungsdauer berücksichtigt.

Die Nachhaltigkeit von Zementstrich im Vergleich zu anderen Bodenbelägen kann anhand verschiedener Faktoren bemessen werden, darunter die Ökobilanz der Materialherstellung, die Lebensdauer des Produkts, der Energieverbrauch während der Nutzungsphase, die Möglichkeit des Recyclings und die Umweltauswirkungen der Instandhaltung und Entsorgung. Hier ein Überblick, wie Zementstrich im Vergleich zu anderen gängigen Bodenbelägen abschneiden kann:

  1. Holz/Parkett: Holz ist ein natürliches Material, das bei nachhaltiger Forstwirtschaft CO2-neutral ist. Allerdings ist die Lebensdauer von Holzböden stark von der Pflege und dem lokalen Klima abhängig. Parkett kann bei Beschädigung aufgearbeitet werden, was nachhaltiger als ein kompletter Austausch ist. Zementstrich hingegen hat eine sehr lange Lebensdauer und kann als Unterboden unter Holzbelägen dienen, welche nach einiger Zeit ausgetauscht oder aufgearbeitet werden müssen.
  2. Teppichböden: Teppichböden bestehen oft aus Kunstfasern oder natürlichen Materialien wie Wolle. Kunstfasern sind in der Herstellung und Entsorgung oft umweltschädlich, da sie Erdöl-basiert sind und schwer abbaubar. Natürliche Fasern können nachhaltiger sein, bedürfen jedoch oft intensiverer Pflege. Teppichböden müssen häufiger ersetzt werden als eine Zementstrich-Unterlage, was den Zementstrich in Sachen Nachhaltigkeit positiv abstechen lässt.
  3. Fliesen/Keramik: Fliesen sind sehr langlebig und pflegeleicht, können aber in der Herstellung energieintensiv sein. Sie sind allerdings schwer zu recyclen. Fliesen liegen zumeist auf einer Zementstrich-Unterlage, sodass hier die Nachhaltigkeit der beiden Materialien oft Hand in Hand geht.
  4. Linoleum: Linoleum ist ein naturnahes Produkt, das aus Leinöl, Harzen, Kalkstein und Jutegewebe besteht. Es ist biologisch abbaubar und gilt als nachhaltiger Bodenbelag. Im Vergleich zum Zementstrich hat Linoleum eine geringere Lebensdauer und kann empfindlicher gegenüber mechanischen Einflüssen sein.
  5. Vinyl-/PVC-Böden: Diese sind wegen ihrer langen Haltbarkeit und Wasserresistenz beliebt, aber aus ökologischer Sicht problematisch. Die Herstellung ist energieintensiv, und bei der Entsorgung können schädliche Chemikalien freigesetzt werden.
  6. Laminat: Laminat ist oft kosteneffizient und in vielen Designs verfügbar. Es besteht überwiegend aus Holzfasern, die jedoch mit Kunstharzen verpresst werden. Die Nachhaltigkeit hängt stark vom Anteil der recycelten Inhaltsstoffe und der Langlebigkeit ab.
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Im Vergleich dazu kann Zementstrich, insbesondere wenn nachhaltige Praktiken bei der Herstellung angewandt werden, ein sehr langlebiges und in Hinblick auf die Lebensdauer nachhaltiges Produkt sein. Allerdings muss auch hier der hohe Energieverbrauch und die hohen CO2-Emissionen bei der Zementproduktion berücksichtigt werden. Die Nachhaltigkeit von Zementstrich kann durch Maßnahmen wie die Verwendung von Ersatzstoffen für Zement, recyclingfähige Zusatzstoffe, wassersparende Techniken und dergleichen verbessert werden, wie bereits erwähnt. Insgesamt sind Zementstrich und andere Bodenbeläge in Hinblick auf Nachhaltigkeit nicht immer direkt vergleichbar, da sie häufig in Kombination verwendet werden und unterschiedliche Funktionen im Bauwerk erfüllen.

Verfasst von hajo